Der zweite Schritt am Grünen Band Deutschland führt uns nach Boizenburg an der Elbe. Von hier aus werden wir den Schaalsee besuchen, durch den zu Zeiten der deutschen Teilung die innerdeutsche Grenze mitten hindurch führte. Außerdem werden wir am Grünen Band in der Stecknitz-Delvenau-Niederung unterwegs sein und die Elbe als ehemaligen Grenzfluss zwischen DDR und BRD rund um Boizenburg erkunden. Wir werden Menschen treffen, die über die Zeit der deutsch-deutschen Geschichte berichten und das Grüne Band vor Ort zu Fuß, mit dem Fahrrad und dem Auto erkunden.
Für die Teilnahme an den geplanten Exkursionen wird eine gute körperliche Fitness vorausgesetzt.
Die Übernachtungen vom 30.08. bis 05.09.2025 sind im Teilnahmebeitrag enthalten.
In Deutschland gibt es kaum einen vielfältigeren Naturpark als den 830 Quadratkilometer großen Naturpark Thüringer Schiefergebirge / Obere Saale. In fünf sehr unterschiedlichen Naturräumen beherbergt er eine enorme geologische und biologische Vielfalt, die auch unterschiedlichsten menschlichen Bedürfnissen entgegenkommt. Naturliebhaber*innen und Kulturinteressierte kommen ebenso auf ihre Kosten wie Ruhebedürftige und Gesundheitsbewusste.
Wir werden uns in der Seminarwoche u.a. mit folgenden Themen beschäftigen:
Aufgaben, Besonderheiten und Arbeit des Naturparks
Forst, Urwald, Wildnis
historischer Schieferbergbau und was wir heute davon noch sehen können
Grünes Band statt Eiserner Vorhang
die Saale und ihre Bedeutung für Wasserkraft und Tourismus bis heute
die Bedeutung von Streuobstwiesen und Vermarktung der Produkte
Untergebracht sind wir im Haus des Volkes in Probstzella mit seiner Bauhaustradition und Geschichte in der Arbeiterbewegung. Das wollen wir zum Anlass nehmen, uns neben der Historie und aktuellen Lage des Hauses auch mit dem Thema „Arbeiterbewegung und Naturschutz aus historischer und aktueller Sicht“ zu beschäftigen.
Die Übernachtungen vom 29.06. bis 04.07.2025 sind im Teilnahmebeitrag enthalten.
Im Hohen Vogelsberg liegt der älteste Naturpark der Bundesrepublik. Der Vogelsberg ist das größte zusammenhängende Basaltmassiv Europas, das im Tertiär vor knapp 20 Millionen Jahren entstand. Bis heute prägt es das Vogelsberger Landschaftsbild. Bedingt durch den Rückgang der Landbevölkerung und den wachsenden Tourismus kommt dem Schutz der Landschaft, dem regionalen ökologischen Wirtschaften und dem Artenschutz eine besondere Bedeutung zu. Interessenskonflikten zwischen Naturschutz, Freizeitbedürfnissen und Wirtschaftsentwicklung werden wir in dieser Region immer wieder begegnen. Wie kann hier ein nachhaltiges Zusammenspiel aussehen? Durch Exkursionen und Gespräche mit Menschen vor Ort wollen wir erkunden, wie der Naturpark seine Aufgaben umsetzt. Dabei werden wir uns mit Themen wie dem Lebensraum „Streuobstwiesen“, den Auswirkungen des Klimawandels auf Flora und Fauna, dem Zugang zu Wasser als ein Grundrecht und dem Ausbau einer umweltverträglichen und zugleich menschengerechten Infrastruktur befassen. Wir möchten eigene Eindrücke sammeln und ökologisch-nachhaltige Alternativen zu bisherigen Lebensweisen entwerfen. Im Seminarverlauf wird uns die wechselvolle Geschichte der Region immer wieder begegnen. Aber es werden auch aktuelle oder zukünftige Entwicklungen – wie beispielsweise die im Naturpark umgesetzten oder geplanten Windkraftprojekte – im Fokus unserer Betrachtungen stehen. Seminarbeginn ist Montagmorgen 10.00 Uhr.
Wie selbstverständlich benutzen und nutzen wir den Lebensraum Ostsee und die Küstenregionen. Wir folgen einer Tradition, in der das Meer und die Landschaft genutzt und den Bedürfnissen verschiedenster Interessensgruppen untergeordnet werden. Es werden Lebensräume gestört oder gar zerstört, deren Aufbau Jahrtausende gebraucht hat. Es wird hart um die Balance zwischen Ökonomie und Ökologie gerungen. Umso wichtiger sind Vorhaben der Renaturierung und die Sicherung von Schutzgebieten für die nachhaltige Verbesserung und Stabilität des Ökosystems Ostsee. Die Stadt Stralsund ist der Ausgangspunkt unserer Erkundungen und Begegnungen. Wir verschaffen uns einen Einblick in den Lebensraum Meer, Ostsee und in ihre Besonderheiten. Wir begegnen aktuellen ökonomischen und ökologischen Interessen und deren Vertreter*innen. Geplant sind u.a. Exkursionen auf Rügen und dem Darß, um die einmalige Boddenlandschaft und die wertvolle Küstenregion kennen zu lernen. Wir gehen der Frage nach, wie ein gutes Miteinander und respektvoller Umgang im Lebensraum Ostsee gelingen kann und was wir bereit sind, dafür zu tun.
Für die Teilnahme an den geplanten Exkursionen wird eine gute körperliche Fitness vorausgesetzt.
Die Übernachtungen vom 06.04. bis 11.04.2025 sind im Teilnahmebeitrag enthalten.
Es ist Fünf vor zwölf. Die letzten Zeitzeug*innen des Nationalsozialismus versterben. In Deutschland wird wieder über die Bedeutung der Shoah gestritten. In Potsdam treffen sich Rechtsextreme, um die Deportation von Menschen zu planen. In mehreren Bundesländern ist eine faschistische Partei stärkste Kraft in den Parlamenten. Aber was haben Erinnerungskultur und der Kampf gegen Rechtsextremismus eigentlich miteinander zu tun?
In dem Sachbuch „Esthers Spuren“ setzt sich Benet Lehmann mit der Geschichte der Shoah-Überlebenden Esther Bejarano und mit ihrem Kampf gegen Rechtsextremismus auseinander. Welche Rolle spielt das Erbe der Zeitzeuginnen und Zeitzeugen? Wer erinnert an wen und warum? Was ist in meiner eigenen Familie passiert und wie kann ich dazu forschen? Und: Hilft Erinnerungskultur gegen steigenden Antisemitismus und Rassismus?
Eine Veranstaltung des DGB-Bildungswerk Thüringen e.V. im Rahmen des Projekts „Du und Ich statt Die und Wir!“ finanziert aus Mitteln des Thüringer Ministeriums für Bildung, Jugend und Sport (TMBJS) zur Förderung von Integrationsmaßnahmen nach § 14 Abs. 5 ThürEBG.
Im Bereich der Drucktechnik kann man gut erkennen, wie technische Innovationen zugleich die Gesellschaft formen und eine Veränderung der Arbeitswelt mit sich bringen. In einer Exkursion zum Museum für Druckkunst in Leipzig wollen wir uns diesen Prozess ansehen und uns zugleich mit der Typografin und Webdesignerin Annett Riechert der ästhetischen Seite der Druckkunst nähern.
Zugleich wollen wir uns die Sonderausstellung »Vorwärts – mit heiteren Augen! 100 Jahre Büchergilde Gutenberg« ansehen. Die Büchergilde Gutenberg wurde im August 1924 im Leipziger Volkshaus vom Bildungsverband der Deutschen Buchdrucker gegründet. In der Tradition der Arbeiterbewegung stehend, wollte sie möglichst vielen Menschen durch preiswerte Bücher den Zugang zu progressiver Bildung und Kultur ermöglichen. Noch immer steht die Büchergilde für handwerklich und künstlerisch gut gemachte Bücher, heute ist sie als Genossenschaft organisiert und von etwa 60.000 Mitgliedern getragen.
Ablauf
9:30 Uhr Treffpunkt am Hauptbahnhof Erfurt 9:40 Uhr gemeinsame Abfahrt nach Leipzig mit dem ICE 11:00 Uhr Gemeinsamer Rundgang mit Annett Riechert durch das Museum für Druckkunst 13:00 Uhr Mittagspause 14:00 Uhr Gemeinsamer Rundgang durch die Sonderausstellung 100 Jahre Büchergilde Gutenberg 16:00 Uhr Reflexion und Abschlussauswertung 17:33 Uhr gemeinsame Rückfahrt nach Erfurt mit dem ICE 18:16 Uhr Ankunft am Hauptbahnhof Erfurt
Die Anzahl der Plätze ist auf 14 Personen beschränkt.
Die Teilnahme ist kostenlos, Kosten für Hin- und Rückfahrt per Zug, Eintritt und Rundgang werden übernommen. Die Essensversorgung erfolgt individuell.
Die Veranstaltung findet im Rahmen des Projektes MOSaIK des DGB-Bildungswerkes Thüringen e.V. statt. Vielen Dank für die Unterstützung durch Mittel des TMBJS.
Staatliche Leistungskürzungen werden oftmals an marginalisierten Gruppen ausprobiert und danach verallgemeinert – erstens, weil diese Gruppen keine Lobby haben, zweitens, weil auf diese Weise verschiedene Leistungsempfänger*innen gegeneinander ausgespielt werden können: Wenn Bürgergeld-Empfänger*innen sich gegen Geflüchtete wenden, ist es leichter, Kürzungen gegen letztere durchzusetzen, die mittel- und langfristig dann auch für erstere gelten. Das Beispiel zeigt: Der gesellschaftliche Rechtsruck richtet sich gegen Viele und kann deshalb umgekehrt nur durch eine Solidarität der verschiedenen Betroffenengruppen miteinander aufgehalten werden.
Claudius Voigt spricht über die Strategie spaltender Politik am Beispiel von Bezahlkarten. Deren Ausweitung auf Bürgergeld-Empfänger*innen wird bereits diskutiert. Ganz aktuell werden auch vollständige Leistungsausschlüsse für bestimmte Gruppen von Geflüchteten diskutiert. Dies ist bislang noch unvereinbar mit der Verfassung. Aber bereits jetzt wird dazu eine Grundgesetzänderung diskutiert.
Die Veranstaltung ist Teil der Reihe „Kämpfe im, um und gegen den Sozialstaat“ des BiKo e.V., und des Projekts „MOSaIK“ beim DGB-Bildungswerk Thüringen e.V. in Kooperation mit der Rosa-Luxemburg-Stiftung Thüringen. Vielen Dank für die Unterstützung mit Mitteln des TMBJS.
Hartz IV wurde 2003 im Rahmen der Agenda 2010 eingeführt und wirkte seither als Disziplinarsystem für Arbeitslose und als Drohkulisse für Beschäftigte. Mit Hartz IV wurde die Arbeitslosenhilfe abgeschafft und die Vermittlung in den Niedriglohnsektor zum System. Wer nicht spurte oder einfach nicht mehr konnte, musste verschärfte Sanktionen bei den Bezügen in Kauf nehmen.
Mit dem Bürgergeld sollte nun angeblich alles besser werden: mehr qualifizierte Vermittlung, weniger Sanktionen und höhere Freibeträge. Faktisch kam das Bürgergeld dann aber als Hartz IV in neuem Gewand in die Welt.
Wie wenig von den einst großen Erwartungen geblieben ist, darüber spricht Harald Rein aus der Perspektive selbstorganisierter Kämpfe um soziale Sicherung. Sein Fazit: Wie Hartz IV ist das Bürgergeld Teil einer sozialstaatlichen Verarmungspolitik.
Die Veranstaltung ist Teil der Reihe „Kämpfe im, um und gegen den Sozialstaat“ des BiKo e.V., und des Projekts „MOSaIK“ beim DGB-Bildungswerk Thüringen e.V. in Kooperation mit der Rosa-Luxemburg-Stiftung Thüringen. Vielen Dank für die Unterstützung mit Mitteln des TMBJS.
Über den Sozialstaat wird viel geschrieben, gesprochen und wir haben im Alltag alle auf die eine oder andere Weise mit ihm zu tun: Doch was ist der Sozialstaat konkret und wie lässt er sich fassen? Erste Aufschlüsse darüber gibt uns seine Entstehungsgeschichte, die als Ergebnis von Kämpfen der Arbeiter*innenbewegung, dem Interesse an der Wahrung des sozialen Friedens und der Aufrechterhaltung kapitalistischer Verwertungsbedingungen begriffen werden kann. Der Sozialstaat ist daher kein einheitliches Gebilde, sondern von unterschiedlichen und oftmals widerstreitenden Interessen durchzogen. Gleichzeitig befindet er sich historisch gesehen in einem kontinuierlichen Wandel: Es entstehen neue Aufgaben, Leistungen werden weggekürzt oder die Logik der Sozialpolitik ändert sich.
Laura Boemke gibt uns einen Überblick über die Entstehung und Entwicklung des Sozialstaats, führt in die Kritik des Sozialstaats ein und spricht über aktuelle Herausforderungen.
Die Veranstaltung ist Teil der Reihe „Kämpfe im, um und gegen den Sozialstaat“ des BiKo e.V., und des Projekts „MOSaIK“ beim DGB-Bildungswerk Thüringen e.V. in Kooperation mit der Rosa-Luxemburg-Stiftung Thüringen. Vielen Dank für die Unterstützung mit Mitteln des TMBJS.
Welche Vorstellungen von ihrem neuen Wohnort haben Migrant*innen, welche Informationen und „Werte“ werden in Integrationskursen angesprochen, wel- che bleiben ausgespart? Thomas Fürhapter dokumentiert Kurse für Zugezo- gene in der Stadt Wien, in denen sowohl Rechtliches als auch ganz Privates zur Sprache kommt. Zwischen Kulturvermittlung und Gesprächskreis entsteht ein komplexes Dokument von Vielfalt, samt den mit ihr einhergehenden man- nigfaltigen Irritationsmomenten und Herausforderungen. Wir wollen den Film „Zusammenleben“ (A 2022, 90 min.) gemeinsam ansehen und darüber ins Gespräch kommen, wie eine gelungene Integration aussehen kann.
Veranstaltet vom DGB-Bildungswerk Thüringen e.V. im Rahmen des Projekts „Du und Ich statt Die und Wir!“ in Kooperation mit den NaturFreunde Thüringen
Finanzierung
Das Projekt „Du und Ich statt Die und Wir! 4.0“ wird aus Mitteln des Thüringer Ministeriums für Bildung, Jugend und Sport (TMBJS) nach der Richtlininie zur Förderung der Integration in der Erwachsenenbildung (RLIntegrationEB) finanziert