• Mitbestimmung für Alle!

    Einbeziehung migrantischer Beschäftigter in die Arbeit der betrieblichen Interessenvertretung und Aktiven im Betrieb

    Egal ob Handel, Logistik oder Re-commerce – migrantische und ausländische Beschäftigte machen einen wachsenden Teil der Belegschaft aus. Das verändert auch die Arbeit von BR, JAV und Vertrauensleuten. Durch Sprachbarrieren und unterschiedliche Kenntnisse betrieblicher Interessenvertretung auf Seiten der Beschäftigten gelingt es vielen Gremien nicht mehr, die Interessen und Bedürfnisse aller Kolleg*innen wahrzunehmen und zu vertreten.

    Aus diesem Grund wollen wir in der Tagesschulung „Mitbestimmung für Alle!“ auf rechtliche Handlungsmöglichkeiten und Best-Practice Beispiele aus der Praxis schauen. Gemeinsam kommen wir über die Gegebenheiten in euren Betrieben ins Gespräch, erarbeiten Handlungsmöglichkeiten für euren Alltag und stellen euch Unterstützungsmöglichkeiten vor.

    Als Expert*innen zum Erfahrungsaustausch haben zugesagt:

    • Romin Khan (Referent Migrationspolitik ver.di)
    • Hedi Tounsi (Betriebsrat Amazon, Logistikzentrum Winsen)
    • Peter Trube (ehem. Betriebsrat ThyssenKrupp Steel, Gründungsmitglied der betrieblichen Initiative „Kulturmittler“)

    Bei Bedarf ist eine Sprachmittlung möglich. Bitte gebt die benötigte Sprache bei der Anmeldung mit an.

    Kooperationspartner*innen

    Die Veranstaltung ist eine Kooperationsveranstaltung des Projekts Connect und des ver.di Fachbereich Handel SAT.

    Finanzierung

    Das Projekt „Connect – Vielfalt durch Teilhabe“ wird im Rahmen des Bundesprogramm „Betriebliche Demokratiekompetenz“ durch das Bundesministerium für Arbeit und Soziales gefördert und durch das Bundesamt für Flüchtlinge und Migration administriert.

  • Die Vermessung der Demokratie

    Ein Theaterabend über Wilhelm Leuschner

    In Kooperation mit dem DGB Region Thüringen

  • Lesung: Perspektiven sichtbar machen – Migrantische Erfahrungen auf dem Thüringer Arbeitsmarkt

    Für viele Menschen hat die Erwerbsarbeit einen zentralen Stellenwert im Leben – für hier Geborene genauso wie für Zugewanderte. Erwerbsarbeit bietet die Möglichkeit, sich selbst und die Familie versorgen zu können und – im Idealfall – eine gewisse Sinnhaftigkeit für das eigene Leben zu finden. Nicht zuletzt ist der Arbeitskontext ein Ort für soziale Kontakte.

    Für neu Zugewanderte ist der Schritt in die Arbeitswelt in der neuen Gesellschaft keinesfalls leicht und an viele Bedingungen geknüpft: Sprachkenntnisse, Qualifikationsnachweise und deren Anerkennung im bürokratischen Deutschland und grundlegend die Chance, die hiesigen Bedingungen und Besonderheiten kennenlernen zu dürfen.

    Im Rahmen eines Projektes des DGB-Bildungswerk Thüringen wurden 2021 acht Interviews mit Menschen aus unterschiedlichen Ländern, mit verschiedenem Qualifikationsniveau und unterschiedlicher Aufenthaltsdauer in Thüringen geführt – darunter mit neuen Nachbar*innen aus Rudolstadt: Wie erleben unsere neuen Nachbar*innen und Kolleg*innen den Schritt in die Arbeitswelt, mit welchen Schwierigkeiten haben sie zu kämpfen und welche Unterstützung erfahren sie?. Auf dieser Basis entstanden Kurzporträts im Rahmen einer Broschüre sowie eine Audioversion.

    In der Lesung stellen die Interviewten selbst ihre Kurzporträts vor, die – als Einzelfälle betrachtet – ein kleines, jeweils subjektives Schlaglicht auf den komplexen beruflichen Integrationsprozess werfen. Anschließend besteht die herzliche Einladung zum Austausch von Erfahrungen, Perspektiven und Lösungsansätzen. Die Broschüre kann zur Veranstaltung kostenfrei mitgenommen oder hier bestellt werden.

  • Im Zentrum? Rechte Betriebsräte in der Automobilindustrie und im Gesundheitswesen.

    Seit 2009 versucht der eingetragene Verein „Zentrum“ die Betriebsratsstrukturen von Rechts aufzumischen. Unter der Leitung des ehemaligen Mitglieds der Rechtsrock-Band „Noie Werte“ ist „Zentrum“ vorrangig in der Automobilindustrie tätig und erreichte bei den Betriebsratswahlen in Untertürkheim, Leipzig, Zwickau und anderen Städten kleinere Erfolge.

    Seit 2021 versucht Zentrum auch im Gesundheitswesen Fuß zu fassen. Angedockt an die Montagsdemonstrationen von Querdenker*innen, Impfgegner*innen und Corona-Leugner*innen wurde zu einem, eher erfolglosen, Impfstreik aufgerufen und versucht 2022 bei den Betriebsratswahlen anzudocken. Auch die AfD löste nun ihren Unvereinbarkeitsbeschluss mit „Zentrum“ auf und wirbt für die selbsternannte Gewerkschaft.

    Wir wollen mit Kolleg*innen darüber ins Gespräch kommen, wo Rechte die Andockungspunkte für ihre Arbeit gefunden haben und wie sie im Betrieb agieren – und: Was wir als Gewerkschafter*innen gegen diese rechten Bewegungen machen können.

    Für das Gespräch stehen uns Lukas Hezel (DGB Bildungswerk Baden-Württemberg) und Mark Haarfeldt (DGB Bildungswerk e.V.) zur Verfügung. Beide beobachten Zentrum seit mehreren Jahren und unterstützen Betriebe in der Auseinandersetzung mit den rechten Akteur*innen vor Ort.

    Die Veranstaltung findet am Donnerstag, dem 09.02.2023 ab 18.00 Uhr auf BigBlueButton statt.

    Link zur Veranstaltung: https://bbb.dgb-bwt.de/b/fai-49z-0rt-hij

  • Exkursion: Besuch des Bundesarbeitsgerichts (BAG)

    Wir laden recht herzlich die Vertrauenspersonen der (schwer-)behinderten Menschen, deren Stellvertreter*innen sowie Betriebs- und Personalräte zur Exkursion an das Bundesarbeitsgericht nach Erfurt ein. Die Tagesschulung soll das Rechtsverständnis der Mitglieder der Interessenvertretungen vertiefen und dem Eindruck vorbeugen, dass Recht haben und Recht bekommen weit auseinander liegen.

    Thematische Schwerpunkte und Ablauf:

    • Eröffnung und Begrüßung
    • Teilnahme an den Verhandlungen des 9. Senates des BAG
      • 9 AZR 364/22 – Berechnung des gesetzlichen Urlaubsanspruches bei ganztägiger Kurzarbeit und Arbeitsunfähigkeit
      • 9 AZR 110/23 – Faktisches Arbeitsverhältnis, §§ 9,10 AÜG
      • 9 AZR 230/22 – Urlaubsabgeltungsanspruch
    • Austausch BAG-Sitzungen
    • Verfahren bei Arbeitsgerichten
      • Urteilsverfahren
      • Beschlussverfahren
    • Schulungsmaßnahmen 2024
  • Arbeitsrecht II – Inhalte von Arbeitsverhältnissen

    Das geltende Arbeitsrecht ist durch eine schon fast unüberschaubare Zahl von Gesetzen, die Mindeststandards für Arbeitsverträge festlegen, geprägt. Das Arbeitsrecht-Seminar II gibt einen Überblick über die bestehenden Schutzgesetze, über die Arbeitnehmer*innenhaftung und die Ansprüche der Beschäftigten auf Entgeltfortzahlung. Die Schutznormen für die Beschäftigten und die jeweiligen Rechte aus den Gesetzen werden unter Berücksichtigung und im Zusammenhang mit den Beteiligungsrechten der gesetzlichen Interessenvertretungen erläutert.

    Thematische Schwerpunkte:

    • Gesetze und Regelungen zum Schutz der Beschäftigten
    • Arbeitszeitgesetz
    • Arbeitsschutzgesetz
    • Mutterschutzgesetz
    • SGB IX
    • Betriebliches Eingliederungsmanagement
    • Urlaubsrecht
    • Entgeltfortzahlungsansprüche
    • Grundsätze der Haftung der Arbeitnehmer*innen
  • Suchtprävention im Betrieb

    Suchterkrankungen sind mannigfaltig und weit verbreitet. Sie wirken sich nicht zuletzt auf alle Lebensbereiche der betroffenen Person aus. Am Arbeitsplatz können zudem Fehlzeiten, abnehmende Leistungsfähigkeit oder auch vermehrt Unfälle einer Person Hinweise auf eine zugrundeliegende Suchterkrankung sein. Doch wie festigt man am besten seine eigene Vermutung und spricht den oder die Kolleg*in an? Wer kann unterstützen und welche Hilfsangebote gibt es? Wir wollen betriebliche Interessenvertretungen dazu ermutigen offen mit dem Thema umzugehen. Hierzu geben wir in diesem Seminar einen Überblick zu den verschiedenen Abhängigkeitserkrankungen und deren Verläufen. Weiterhin werden wir inner- und außerbetriebliche Unterstützungsmöglichkeiten aufzeigen.

    Thematische Schwerpunkte:

    • Entwicklung und Verlauf von Abhängigkeitserkrankungen
    • Überblick über die Suchtformen
    • Auswirkungen von Suchtproblemen am Arbeitsplatz
    • Was tun im Gefährdungsfall?
    • Inner- und außerbetriebliche Unterstützungsangebote

  • Betriebsräteseminar I – Aller Anfang ist gar nicht so schwer!

    Um die Interessen der Arbeitnehmer*innen im Sinne seiner Schutzfunktion konsequent und wirksam zu vertreten, muss sich der Betriebsrat über seine Ziele im Klaren sein und die gesetzlichen Möglichkeiten kennen und nutzen. Aber „Aller Anfang ist gar nicht so schwer“, wenn man sich die nötigen Kenntnisse des Betriebsverfassungsgesetzes systematisch aneignet. Gemeinsam wollen wir eine Schneise in den Paragraphendschungel schlagen und Lösungen für betriebliche Probleme entwickeln. Das Seminar vermittelt die wichtigsten rechtlichen Grundlagen für Einsteiger*innen in die Betriebsratsarbeit. Dabei geht es insbesondere im die Fragen, wann der Betriebsrat informiert und gefragt werden muss, welche Mitbestimmungsrechte existieren, welche Gesetze man kennen muss und wie man sie praktisch anwenden kann.

    Thematische Schwerpunkte:

    • Historische Entwicklung der Betriebsverfassung
    • Selbstverständnis und Aufgaben des Betriebsrates
    • Rangfolge und Struktur der Rechtsquellen
    • Gesetze und Kommentare für die Betriebsratsarbeit
    • Informationsbeschaffung und Informationspolitik
    • Beschlussfassung des Betriebsrates
    • Rechtliche Handlungsmöglichkeiten
  • Datenschutz, Datensparsamkeit und Datensicherheit individuell, politisch und praktisch

    Datenschutz ist ein Rechtsgut, Datensparsamkeit eine Haltung, die darauf zielt, dass unnötige Daten erst gar nicht erhoben werden, entsprechend auch nicht nachträglich geschützt werden müssen. Datensicherheit ist wiederum nötig, um Datenschutz gewährleisten zu können. Im technischen Bereich stehen Erwägungen von Bequemlichkeit und Niederschwelligkeit oft einer konsequent datensparsamen und datensicheren Praxis entgegen: Datensparsame Tools sind weniger verbreitet, Plattformen mit hohen Datenschutz-Standards weniger frequentiert und datensichere Programme und Protokolle oft nicht leicht zu bedienen, weswegen auch Akteur*innen, die ganz allgemein betrachtet eine datensichere und datensparsame Arbeitsweise bevorzugen, in der Alltagspraxis auf unsichere und datensammelnde technische Lösungen zurückgreifen. An diesen Teilnehmer*innenkreis richtet sich der Workshop: Wir diskutieren im ersten Teil, was im Alltag dazu führt, unsichere und datensammelnde Plattformen und Programme zu nutzen. Im zweiten Teil setzen wir das ins Verhältnis zu gesellschaftspolitischen Diskussionen (Kommodifizierung von Öffentlichkeit und Kommunikation, digitaler Kapitalismus, informationelle Selbstbestimmung vs. Post-Privacy) und werden im dritten Teil praktisch: Die Teilnehmer*innen können angeleitet auf ihren eigenen, mitgebrachten Endgeräten datensichere und datensparsame Software installieren und ausprobieren.

    Die Teilnehmer*innenzahl ist auf 12 begrenzt.

    Bitte nennt bei der Anmeldung, welches Endgerät ihr mitbringt und ob ihr schon Interesse an einer speziellen datensicheren oder datensparsamen Software habt.

    Eine Veranstaltung im Rahmen des Projektes „MOSaIK“ beim DGB-Bildungswerk Thüringen e.V. in Kooperation mit dem Bildungskollektiv BiKo e.V. Finanziert aus Mitteln des TMBJS.

  • Don’t stop motion

    Drei junge mutige Menschen aus Erfurt erzählen in „don’t stop motion“ die bewegenden Geschichten ihrer Flucht nach Europa und von ihrem Leben hier. Das Besondere: Sie selbst haben mit eigens hergestellten Puppen, Karton und der Stop-Motion-Technik ihre Erlebnisse auf die Leinwand gebracht. Jede:r auf ganz eigene Art, geben Zahra, Muntazar und Ahmad Einblicke in ihre Lebenswirklichkeiten – ihre Erinnerungen an Heimat und die teils jahrelange Flucht. Neben den intimen Interviews, ermöglichen es die teils szenischen, teils abstrakten Stop-Motion Szenen tiefer in die Innenwelten der Protagonist:innen einzutauchen und eröffnen neue Perspektiven. Hier angekommen sind die drei mit neuen Herausforderungen konfrontiert: „Wir sind vom Krieg geflüchtet und dann kommt hier dieses Scheißproblem… mit Hautfarbe.“

    In der Hybridform aus klassischem Dokumentarfilm und Stop-Motion wollen sie das oft verzerrte Bild von ihnen und anderen Geflüchteten verändern. Zusammen mit fünf weiteren Jugendlichen entstand unter der medienpädagogischen Leitung von Niels Bauder und Franziska Bausch-Moser eine interkulturelle Filmcrew. Am Ende werden die Zuschauer:innen in den Schaffensprozess mitgenommen und spüren die positive Energie, die gemeinsame Kreativität auslösen kann, sowie die Hoffnung, mit dem Film etwas zu bewegen.

    Nach dem Film habt ihr die Möglichkeit mit Teilen der Filmcrew ins Gespräch zu kommen und euch auszutauschen.

    Eine Veranstaltung des DGB-Bildungswerk Thüringen e.V. im Rahmen des Projekts „Du und Ich statt Die und Wir!“ finanziert aus Mitteln des Thüringer Ministeriums für Bildung, Jugend und Sport (TMBJS) zur Förderung von Integrationsmaßnahmen nach § 14 Abs. 5 ThürEBG.