Gestern Retter, heute Schlepper?

Zeitzeug*innen-Gespräch zu Flucht und Fluchthilfe in der DDR und an den EU-Außengrenzen
Gesellschaftspolitik
Do. 09. Juli 2026 | 18:00 – 20:00 Uhr
Weltladen Café Nordhausen Seminarraum, Nordhausen


Es ist eine Erfahrung, die Menschen, die die DDR verlassen wollten, genau so machten, wie Menschen, die heute nach Europa fliehen: Im Angesicht von immer stärker bewachten und immer tödlicheren Grenzanlagen, sind Menschen, die diese Grenze auf ihrer Flucht überwinden wollen, auf Hilfe angewiesen. Hilfe von Menschen, die sich an der Grenze auskennen und die über die nötigen Mittel und Wege verfügen, die Grenze zu überqueren. So lebensnotwendig diese Hilfe für die Fliehenden ist, so unterschiedlich kann sie sein: vom idealistischen Ehrenamt über ein verantwortungsvoll ausgeübtes Geschäftsmodell bis hin zu einer Form organisierter Kriminalität. Egal welche Form die Fluchthilfe annimmt – von denen, die die Flucht verhindern wollen, sind Fluchthelfer:innen zu jeder Zeit als „Schlepper“ und „Schleuser“ angefeindet und bekämpft worden.

Jenseits pauschaler Urteile und Gemeinplätze sprechen wir in unserer Veranstaltung über konkrete aktuelle und historische Erfahrungen mit Fluchthilfe, Kriminalisierung und Repression. Dafür haben wir zwei Zeitzeug*innen eingeladen, die von ihren Fluchtversuchen an der ehemaligen innerdeutschen und der außereuropäischen Grenze, von selbst geleisteter Fluchthilfe, sowie von Inhaftierung und Gefangenschaft erzählen.

Ansprechpersonen

Gereon Bals
Projektreferent
Anne Willecke
Bildungsreferentin
Kooperationspartner*innen